Die Entwicklung der burgenländischen Abfallwirtschaft: Ein Erfolgsmodell mit Weitblick
Mit dem Zusammenschluss aller burgenländischen Gemeinden zu einem landesweiten Abfallverband wurde im Jahr 1980 der Grundstein für eine moderne und flächendeckende Abfallwirtschaft im Burgenland gelegt. Ziel der Verbandsgründung war es, ein effizientes, kostengünstiges und bürgernahes Abfallwirtschaftssystem zu etablieren. Mit der Gründung des Burgenländischen Müllverbands (BMV) erfolgte der entscheidende Schritt weg von wilden Ablagerungen hin zu einer strukturierten, umweltgerechten Abfallverwertung und Entsorgung.
Durch konsequente Zielverfolgung und kontinuierliche Weiterentwicklung entstand ein in Österreich einzigartiges, landesweit einheitliches Sammel- und Verwertungssystem. Neben Wien ist das Burgenland bis heute das einzige Bundesland mit einer flächendeckend einheitlichen Abfallbewirtschaftung – ein System, das sich seit Jahrzehnten bewährt und als Vorbild dient.
Die mittlerweile über 40-jährige Geschichte der burgenländischen Abfallwirtschaft war geprägt von zahlreichen Anpassungen an gesetzliche, technische und organisatorische Anforderungen. Diese Veränderungen erforderten nicht nur strukturelle Maßnahmen, sondern oft auch persönliches Engagement und finanzielle Investitionen auf allen Ebenen. Um Akzeptanz für diese Entwicklungen zu schaffen, hat der BMV über die Jahre ein umfassendes Informations- und Kommunikationsnetzwerk aufgebaut. Ziel war es, alle relevanten Gruppen – von Kindern in Kindergärten und Schulen über Jugendliche und Privathaushalte bis hin zu Gemeinden und Entscheidungsträgern – aktiv in den Veränderungsprozess einzubinden.
Diese langjährige, transparente und dialogorientierte Kommunikationsstrategie hat maßgeblich zur hohen Akzeptanz der Abfallwirtschaft im Burgenland beigetragen und ist bis heute ein zentraler Erfolgsfaktor.
In den letzten Jahren gewinnen gesellschaftspolitische Themen wie soziale Nachhaltigkeit und die Sicherung der Daseinsvorsorge zunehmend an Bedeutung. Der BMV setzt sich aktiv mit diesen Herausforderungen auseinander, ohne dabei seine Kernaufgaben aus dem Blick zu verlieren.
Sozial nachhaltiges Handeln und die konsequente Umsetzung von Maßnahmen zur Abfallvermeidung und ökologischen Verwertung stehen dabei im Zentrum unserer Arbeit. In diesem Spannungsfeld zwischen ökologischer Verantwortung und sozialem Anspruch erfüllt der BMV seinen Auftrag als kommunaler Dienstleister – stets mit dem Menschen und seinen Bedürfnissen im Fokus, nicht dem Profit.
Das ist unser Verständnis moderner, kommunaler Abfallwirtschaft.
Von damals bis heute
- 2013
- So Pro – Sozial produziert – Startschuss für die soziale Produktion
- Re-Use-Masterplan
- Qualitätsoffensive bei Biomüll und Altpapier
- Weiterer Ausbau des Gemeindepaketes
- Abschluss des EU-Projektes Lako mit der Slowakei
- 2014
- Tag der offenen Tür
- Pilotprojekt „Re-Use-Übernahme“ in den Abfallsammelstellen der Gemeinde
- Abschluss des EU-Projektes „So Pro“
- 2015
- 35 Jahre Daseinsvorsorge und Gemeinwoh
- Tag der offenen Tür
- Qualitätsoffensive zur Steigerung der Trenngenauigkeit
- Einführung der Re-Use-Bo
- Kundenzufriedenheitsanalyse
- 2016
- Landesweites ReUse-Netzwerk
- Schulkoffer als Lernhilfe
- ARA4Kids-Recyclingtag
- Richtige Sammlung von Lithium-Akkus
- 2017
- Windeltonne statt Windelsack für Pflegefälle
- Tag der Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft
- Ausbildungskurse für ASS-Betreuer
- 2018
- Kreislaufwirtschaft – Wir sind bereit
- EU-Projekt „NAREG“
- Aktion „Das WC ist kein Mistkübel“
- EU-Kunststoffstrategie
- 2019
- Regionale Abfallsammelstellen – RAS
- Restmüll-Analyse
- Mehrwegbecher-Aktion „Nachfüllen statt zumüllen“ für Fußballvereine
- Tag der Nachhaltigkeit
- 2020
- 40 Jahre BMV
- Mehrweg-Initiative
- Grenzüberschreitende Sperrmüllanalyse
- COVID – Krisenmamagement
- Eröffnung RAS-Heiligenkreuz
- 2021
- Fortsetzung COVID-Krisenmanagement
- Unterstützung für die bgld. Gemeinden
- Landesweite Qualitätsoffensive
- 2022
- Start der Umweltaktion zugunsten der Kinderkrebshilfe
- Aktion „Keine Problemstoffe in den Restmüll“
- Landesweiter Kehraus mit großer Beteiligung
- Weiterbildung für Betreuer der Abfallsammelstellen
- 2008
- Bundesweite Auszeichnung für den BMV
- Pilotprojekt „Wiederverwendung von Elektroaltgeräten (EAG)“
- Recycling 4 Smile – Eine Aktion zugunsten „Rote Nasen Clowndoctors“
- Neuregelung für die Sammlung und Verwendung gebrauchter Batterien
- 2009
- Überarbeitung und Nachdruck „Müllcomic“
- Scheckübergabe an „Rote Nasen Clowndoctors“
- Tag der offenen Tür auf der Deponie Nord
- 2010
- 30 Jahre flächendeckende Abfallwirtschaft im Burgenland
- Landesweite Flurreinigung: 104 Gemeinden und zahlreiche Helfer haben die Natur von rd. 200 Tonnen Müll befreit
- Gratis-Grillschürzen für umweltbewusste Festveranstalter
- PR-Kampagne „Sei keine Dreckschleuder – Straßengräben sind keine Mülldeponie“
- Tag der offenen Tür auf allen Anlagen der Gruppe BMV/UDB
- Pilotprojekt „Richtig Müll trennen in Wohnhausanlagen“
- 30 Jahre Burgenländischer Müllverband
- 2011
- Kampagne gegen illegale Müllsammler
- Infokampagne zur Vermeidung von Lebensmitteln im Restmüll
- Anti-Littering-Kampagne „Sei keine Dreckschleuder“
- Landesweite Flurreinigung
- Wettbewerb für umweltbewusste Festveranstalter
- Grenzüberschreitendes EU-Projekt mit der Slowakei
- 2012
- Informationsoffensive „Mehrweg hat mehr Wert“
- Lebensmittel verwenden statt verschwenden
- Intensivierung der Kooperation mit den Gemeinden (Gemeindepaket)
- Internet Reparaturführer aktualisiert
- Neues App für die Abfuhrtermine
- 2018
- Kreislaufwirtschaft – Wir sind bereit
- EU-Projekt „NAREG“
- Aktion „Das WC ist kein Mistkübel“
- EU-Kunststoffstrategie
- 2019
- Regionale Abfallsammelstellen – RAS
- Restmüll-Analyse
- Mehrwegbecher-Aktion „Nachfüllen statt zumüllen“ für Fußballvereine
- Tag der Nachhaltigkeit
- 2020
- 40 Jahre BMV
- Mehrweg-Initiative
- Grenzüberschreitende Sperrmüllanalyse
- COVID – Krisenmamagement
- Eröffnung RAS-Heiligenkreuz
- 2021
- Fortsetzung COVID-Krisenmanagement
- Unterstützung für die bgld. Gemeinden
- Landesweite Qualitätsoffensive
- 2022
- Start der Umweltaktion zugunsten der Kinderkrebshilfe
- Aktion „Keine Problemstoffe in den Restmüll“
- Landesweiter Kehraus mit großer Beteiligung
- Weiterbildung für Betreuer der Abfallsammelstellen
- 2003
- Bundesweite Auszeichnung für den BMV
- Pilotprojekt „Wiederverwendung von Elektroaltgeräten (EAG)“
- Recycling 4 Smile – Eine Aktion zugunsten „Rote Nasen Clowndoctors“
- Neuregelung für die Sammlung und Verwendung gebrauchter Batterien
- 2004
- Qualitätsoffensive bei Biomüll
- Eröffnung der Müllsplittinganlage „divitec“
- 10 Jahre Ausbildungskurse für Gemeindearbeiter
- 2005
- 24 Stunden Online Service für BMV-Kunden
- Neues Sammelsystem für alte Elektrogeräte
- 2006
- Neue Altglassammelbehälter
- Internet-Reparaturführer
- Auszeichnung für BMV-Homepage
- 2007
- Landesweite „Anti-Littering-Kampagne“
- Landesweite „Anti-Littering-Kampagne“ unter dem Motto „Das Burgenland macht Kehraus und alle machen mit“
- Landesweite Flurreinigung mit 140 Gemeinden und 195 Schulklassen
- Einführung des kompostierbaren Biosacks auf Basis nachwachsender Rohstoffe
- Umweltfreundlicher Schulanfang für die bgld. Taferlklassler
- 1999
- Einführung des Biomüll – Detektors
- Erstellung der BMV-Homepage
- 2000
- Umstellung der Leichtfraktion-Sammlung auf den „Gelben Sack“
- Aktion „Umweltfreundlicher Schulanfang“
- 2001
- 24 Stunden Online Service für BMV-Kunden
- Neues Sammelsystem für alte Elektrogeräte
- 2002
- Neuorganisation der Altspeiseöl-Sammlung mit dem „Fetty“
- 1993
- Gründung der UDB-Tochtergesellschaft „UDB-AbfallservicegesmbH“
- Abwicklung der Sammellogistik zur Verpackungssammlung
- Inkrafttreten der Verpackungsverordnung (VVO)
- 1993/94
- Aufbau der getrennten Erfassung von Verpackungsabfällen im gesamten Burgenland
- Einführung der getrennten Sammlung von biogenen Abfällen
- Ausbau der Deponie Nord, Kosten ca. S 135 Mio.
- Aufbau der getrennten Sammlung von Kühlschränken, Elektro- und Elektronikgeräten, Leuchtstoffröhren, Batterien, Gasentladungslampen, usw.
- 1994
- Inkrafttreten des neuen „Bgld. Abfallwirtschaftsgesetztes 1993“
- Beginn der Ausbildungskurse für Gemeindearbeiter
- 1994-2000
- Übernahme von Abfällen aus anderen Bundesländern zur Finanzierung des Deponieneubaues Nord
- 1995
- Verbandsversammlung: Beschluss des Sanierungskonzeptes gemäß TPA-Vorschlag
- Übernahme des neuen Personals des BMV vom UDB im Juni
- Organisationsdichte des BMV 168 Gemeinden
- 95 187 Anlagen Restmüll
- 22 306 Anlagen Biomüll
- 125 147 Restmüllgefäßeinheiten
- 24 153 Biomüllgefäßeinheiten
- 1996
- Vertragliche und vermögensmäßige, sowie finanzielle Trennung von BMV und UDB
- Umstellung der Sperrmüllsammlung auf das Bringsystem
- Die Bürger bringen den Sperrmüll zur Gemeinde-Abfallsammelstelle, wo die Trennung erfolgt. Der BMV sorgt für die Verwertung bzw. Entsorgung ab der Gemeinde-Abfallsammelstelle.
- 1997/98
- Weiterführung und Abschluss der Umstrukturierung in der Gruppe BMV/UDB
- 1988
- Generalprojekt Deponie Nord
- Altlastenproblem in Österreich wird akut
- Zusammenbruch des Altstoffmarktes
- 1989/90
- Übernahme der Organisation und Finanzierung der Altstoffsammlung durch den BMV
- Einbindung privater Sammler
- 1990
- Erstellung des Landesabfallwirtschaftskonzeptes 1990 gemeinsam mit der Landesregierung
- Altlastensanierungsgesetz (Einführung der Altlastenbeitrages)
- Installierung der Abfallberatung
- Bundesabfallwirtschaftsgesetz wird beschlossen
- 1991
- Neuorganisation des BMV
- Gründung der „Abfallwirtschafts GmbH“
- Gründung der ARGEV (Getränkeverpackungen)
- 1992
- Deponiegaserfassung – Deponie Nord
- 1983/84
- Erstellung des burgenländischen Müllplans, Fortführung des Ausbaues der abfallwirtschaftlichen Infrastruktur im Burgenland
- Projekterstellung für die Deponie Süd
- Erstellung des bgld. Müllplans
- 1985/89
- Errichtung der Rotteplatte in Oberpullendorf
- Optimierung der MBA Oberpullendorf
- Errichtung der Rotteplatte, Rottehalle und des Biofilters
- 1986/87
- Beginn der Umstellung von der reinen Müllentsorgung zur zeitgemäßen Abfallwirtschaft
- Neuorientierung von der Müllentsorgung zur Abfallwirtschaft
- Grundsätze: Vermeidung, Wiederverwendung, Verwertung, Entgiftung, Behandlung und Deponierung
- 1987/88
- Neubau der Deponie nach dem neuesten technischen Stand
- 1987/90
- Beginn der Problemstoffsammlung
- Einrichtung der Problemstoffsammlung im ganzen Burgenland (z.B. stationäre Sammelstellen in jeder Gemeinde, Organisation umweltgerechter Entsorgungen)
- 1987
- Aufbau der Öffentlichkeitsarbeit
- Erstmals Plakate, Posters, Rundfunkspots, Müllratgeber, Müllbroschüre, Ideenwettbewerb, Aktion „Schenken ohne Müll“
- 1978
- Gründung des „Müllverbandes Mittleres Burgenland“
- Erarbeitung eines Verwaltungs-, Sammel-, Verwertungs- und Entsorgungskonzeptes für das gesamte Burgenland
- Verwirklichung dieses Konzeptes im Bezirk Oberpullendorf
- Basis für das neue Müllgesetz
- 1980
- Gründung des Burgenländischen Müllverbandes
- Bgld. Landtag beschließt das richtungsweisende Bgld. MÜLLGESETZ 1980
- Übertragung der Abfuhr und Beseitigung von Müll von den Gemeinden an den Bgld. Müllverband
- Inkrafttreten des Bgld. Müllgesetztes, sowie die Gründung des „Bgld. Müllverbandes“ als Rechtsnachfolger des „Müllverbandes Mittleres Burgenland“
- Anschließend folgte ein weiterer Ausbau der Organisation – bis Ende 1980
- 1980/81
- Bau eines Schüttbereiches mit Basisabdichtung und Sickerwassererfassung
- Ausbau der MBA (mechanisch biologischen Behandlungs- und Verwertungsanlage)
- Bau der Deponie Unterfrauenhaid
- Bau der Betriebsgebäude und Umladestationen in Gols, Föllig und Oberwart
- Errichtung der Übernahmestelle in Heiligenkreuz
- 1981
- Flächendeckende Organisation der öffentlichen Müllabfuhr
- Ende Organisationsdichte: 79 Gemeinden
- 52 026 Anlagen
- 62 966 Müllsammelgefäßeinheiten
- 1982
- Abschluss der organisatorischen Maßnahmen
- Ende Organisationsdichte: 138 Gemeinden
- 88 932 Anlagen
- 93 425 Müllsammelgefäßeinheiten